Volkstrauertagsfeier
am 18. November 2007
     
 
Die Rede von Fritz Ruf zum Nachlesen
 
     
  Mit welchen Gedanken begehen wir, liebe Gemeinde diesen Tag, der 1922 als "offizieller Gedenktag“ eingeführt, von den Nationalsozialisten abgeschafft und seit 1952 als nationaler Trauertag wieder ins Leben gerufen wurde?

Kaum jemand erinnert sich an die Opfer des Ersten Weltkrieges. Auch der Zweite Weltkrieg ist sei 62 Jahren vorbei. Wir haben das Glück in einer der längsten Friedensperioden in der Geschichte Deutschlands zu leben. Frieden in Deutschland heißt aber nicht auch Frieden in der Welt.

Präsident Bush warnte vor dem Dritten Weltkrieg. So konnte man vor ein paar Wochen in der Zeitung lesen, auch wenn er schon am nächsten Tag diese Aussage relativiert hat, so stellt sich mir die Frage: "Sind wir denn nicht schon mitten drinnen?“

Deutsche Soldaten und Zivilhelfer sind in Afrika, im Nahen Osten und in Afghanistan im Friedenserhaltenden oder humanitären Einsatz.
Selbstmordanschläge, Autobomben, Entführungen sind dort an der Tagesordnung.
Schlagzeilen wie "Deutsche Soldaten bei Anschlag getötet“ sind meist nur noch Randnotizen in den Nachrichten.
Wir alle gewöhnen uns schleichend an solche Meldungen. Nicht jedoch die Angehörigen der Opfer, für sie reißt so eine Meldung ein Loch in ihr Leben. Sie verlieren den geliebten Sohn, Vater, Ehemann.
An diese Opfer und ihre Hinterbliebenen sollten wir heute denken.

Der heutige Tag soll uns aber auch erinnern an Hass und Verfolgung, an die Opfer der Konzentrationslager. Hier denke ich an Dietrich Bonhoeffer, der kurz vor Kriegsende im KZ Flossenbürg ermordet wurde.
Wer heute ein Konzentrationslager besucht kann sich kaum vorstellen zu welcher Grausamkeit Menschen fähig sind.
So ist es mir ergangen, als ich mit den diesjährigen Konfirmierten das KZ Dachau besucht habe.

Der Volkstrauertag soll uns auch an Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten erinnern. Gerade in Kirchfarrnbach, Wilhermsdorf und Umgebung fanden viele Flüchtlinge nach der Vertreibung und der Enteignung, Verlust von Hab und Gut, hier eine neue Heimat.

Der Volkstrauertag soll aber nicht nur ein Tag der Erinnerung sein sonder Anstoß sein aus der Geschichte zu lernen.
Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.

Jeder von uns kann mithelfen ein friedliches Miteinander zu erreichen.

Enden möchte ich mit einem Zitat von John F. Kennedy:
"Für den Frieden gibt es keinen einfachen Schlüssel, keine großartige oder magische Formel, die sich eine oder zwei Mächte aneignen können. Der echte Friede muss das Produkt vieler Nationen sein, die Summe vieler Maßnahmen.“

 
     
 
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